Mehr als Ingenieurwissenschaft

Fachspezifische Kenntnisse allein garantieren keine Arbeitsstelle. Deshalb vermittelt die TU Dresden ihren Studierenden der Textil- und Konfektionstechnik im Modul „Wissenschaftlich-methodisches und Expertenseminar“ weitere Kompetenzen.

Experten von morgen: Ein Seminar bereitet die internationalen Studierenden der Textil- und Konfektionstechnik auf ihre Zukunft vor ©ITM, TU Dresden

Experten von morgen: Ein Seminar bereitet die internationalen Studierenden der Textil- und Konfektionstechnik auf ihre Zukunft vor ©ITM, TU Dresden

Das Seminar blickt mit Fachvorträgen, über den Tellerrand der Ingenieurwissenschaft hinaus und vermittelt wissenschaftliche Methoden und soziale Kompetenzen. Firmenvertreter stellen Arbeitsfelder wie Textilmaschinenbau, Textil- und Bekleidungsherstellung insbesondere für technische Textilien und Funktionstextilien oder Textilprüfung vor, während Doktoranden das Forschungssystem erläutern. „Wir erhalten einen guten Überblick über die Vielfalt des Fachs“, sagt der Pakistaner Mohsin Fareed, seit 2014 Student an der TU Dresden.

Ehemalige motivieren

Auch Alumni des Studiengangs bringen sich in das Seminar ein. „Im vergangenen Semester besuchte uns eine Absolventin der TU Dresden aus Thailand, die in ihrer Heimat an einer Universität arbeitet, und ein Ehemaliger aus Bangladesch, der derzeit an der TU Dresden extern promoviert“, sagt Christiane Freudenberg, geschäftsführende Oberassistentin am Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik. „Zu sehen, wie weit man es bringen kann, motiviert die jetzigen Studierenden.“

Im akademischen Teil des Seminars bereiten sich die Studierenden auf ihre Masterarbeit vor. Von der Erstellung eines Zeitplans über die Recherche bis zur Vorstellung des geplanten Themas üben sie im Kleinen, was bei der Thesis auf sie zukommt. Das ist wichtig, weil sie sich mit ihrer Abschlussarbeit für Stellen bewerben und sowohl wissenschaftlichen als auch ingenieurpraktischen Ansprüchen genügen müssen. Dabei helfen Kooperationen mit Forschungs- und Industriepartnern. Sie ermöglichen es den Studierenden, sich schon während der Masterarbeit berufsnah auszurichten. „Die optimale Verbindung von Theorie und Praxis habe ich als Praktikant in der Konfektionstechnik erlebt“, sagt Mohsin Fareed.

Soft Skills sind gefragt
Fachkenntnisse sind das eine, doch auch soziale Kompetenzen sind auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Voraussetzung für die Karriere. „Soft Skills sind besonders für leitende Positionen unverzichtbar“, betont Christiane Freudenberg. „Ein Chef muss mit seinen Mitarbeitern umgehen können. Im Dresdner Seminar erklären Berufspädagogen, welche Erwartungen und Herausforderungen an eine Führungskraft gestellt werden, wie Teamführung gelingt und was bei Missverständnissen und Konflikten zu tun ist. Das Seminar soll Grundlagen für eine erfolgreiche Kommunikation schaffen, denn sie ist der Schlüssel, um Prozesse und Projekte anzustoßen und voranzubringen – und genau das wollen die Studierenden später in ihren Heimatländern.

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