„Transparenz ist die größte Waffe gegen Ungerechtigkeit“

Eine unabhängige Medienlandschaft ist ein wichtiges Fundament jeder demokratischen Gesellschaft – Medienfreiheit ist aber in vielen Ländern nicht oder kaum gegeben. Beim internationalen Workshop des Right Livelihood College (RLC) am Campus in Bonn diskutierten Doktoranden gemeinsam mit der Alternativen Nobelpreisträgerin Amy Goodman und anderen Experten über diesbezügliche Herausforderungen im entwicklungspolitischen Kontext.

Die RLC-Doktoranden beim Global Media Forum in Bonn  Foto: Deutsche Welle

Die RLC-Doktoranden beim Global Media Forum in Bonn
Foto: Deutsche Welle

„Media and Development: From Individual Participation to Mass Mobilization“ hieß das Thema des diesjährigen RLC Bonn Workshops, der vom 28. Juni bis 3. Juli stattfand. Neun Doktoranden aus Entwicklungs- und Schwellenländern, die meisten  von ihnen DAAD Stipendiatinnen und Stipendiaten, stellten nicht nur ihre Forschungsarbeiten zur Rolle von Medien in Afrika, dem Nahen Osten und Südamerika vor, sondern nahmen auch am Global Media Forum der Deutschen Welle teil. Auf dieser internationalen Medienkonferenz treffen Medienvertreter auf Akteure aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Entwicklungspolitik. Eine ausgezeichnete Gelegenheit,
sich mit den aktuellen Herausforderungen weltweiter Medien vertraut zu machen und mit hochrangigen Experten zu diskutieren.

Eine der Teilnehmerinnen des RLC Workshops war gleichzeitig Ehrengast des Global Media Forums: Amy Goodman, amerikanische Journalistin, Gründerin des Nachrichtenprogramms „Democracy Now!“ und Preisträgerin des Right Livelihood Award, des Alternativen Nobelpreises, 2008. In ihrer Keynote „Independent media in a time of war“ unterstrich die Laureatin die Bedeutung von Transparenz in der Konfliktberichterstattung: „Wir haben die Pflicht die Realität des Krieges objektiv zu zeigen. Transparenz ist die größte Waffe gegen Ungerechtigkeit.“

Gewinn für die eigene Forschung
„Ich fand es sehr interessant, mit Amy Goodman über die Herausforderungen in der journalistischen Arbeit zu diskutieren. Auch der Austausch mit anderen Wissenschaftlern ist ein großer Gewinn für mich.“, erzählt Diderot Djiala Melle, DAAD Stipendiat aus Kamerun, der derzeit an der Universität Bayreuth zur Wahrnehmung von HIV/AIDS in den Medien Kameruns forscht.

Nicht nur das Global Media Forum macht Bonn zum idealen Standort des RLC Workshops. Mit dem Umzug des  Globalen RLC Sekretariats, welches die RLC Aktivitäten an sieben Universitäten weltweit koordiniert, von Malaysia nach Bonn im Mai 2014 wurde der RLC Campus Bonn weiter aufgewertet.

Mehr zu den RLC Workshops 2013:
Praxisnah forschen und den ökologischen Wandel unterstützen
Ohne Frauen keinen Wandel

Was ist der Right Livelihood College Campus Bonn?
Seit 2011 ist der vom DAAD finanzierte Campus am Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn angesiedelt. Der RLC Bonn ist einer von sieben Campus weltweit. Er fördert den Austausch zwischen Trägern des Alternativen Nobelpreises und Doktoranden aus Entwicklungsländern. Ziel ist es, basierend auf dem Wissen und den Erfahrungen der Preisträger, Doktoranden aus Entwicklungsländern als zukünftige Entscheider und Multiplikatoren auszubilden. Dazu vergibt der DAAD dreijährige Promotions-Stipendien an Nachwuchswissenschaftler, die am Campus Bonn forschen. Im Mittelpunkt stehen die Themen soziale Gerechtigkeit, Armut und Nachhaltigkeit.
www.rlc-bonn.de

Was ist der Alternative Nobelpreis?
Der Right Livelihood Award, bekannt als der Alternative Nobelpreis, wird seit 1980 von der Right Livelihood Foundation in Stockholm vergeben. Geehrt werden Personen und Organisationen, die mitwirken, die großen Probleme unserer Zeit zu lösen. Sie sind aktiv in der Friedens-, Menschenrechts- und Umweltarbeit.
www.rightlivelihood.org

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