1 bis 8: Wie nah sind wir an den Millenniumentwicklungszielen?

Acht Millenniumentwicklungsziele streben die Vereinten Nationen an. Wie die DAAD-Stipendiatinnen und -Stipendiaten diese Ziele in Blick nehmen, zeigt die neue Serie: 1 bis 8: Wie nah sind wir an den Millenniumentwicklungszielen? Zu jedem Ziel werden Stipendiaten interviewt – ihre beruflichen Erfahrungen und ihr Studium in Deutschland machen sie zu Experten. Über Ökologische Nachhaltigkeit – das siebte Millenniumsziel – sprechen  und Débora de Mendonça Lage und Syahrina Anggraini.

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Wie nachhaltiges Investieren aussieht
Débora de Mendonça Lage  studiert an der Universität Magdeburg Friedens- und Konfliktforschung und arbeitet im Moment an ihrer Masterarbeit. Nach ihrem Studium möchte die Brasilianerin gerne in einem internationalen Unternehmen oder einer Nichtregierungsorganisation arbeiten, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen.

Débora de Mendoça Lage

Débora de Mendonça Lage
Foto: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Millennium Express: Welche Probleme entstehen durch Ressourcenknappheit?
Viele Kriege, wie beispielsweise der Irakkrieg entstehen durch die Gier nach Öl. Es werden zwar andere Gründe vorgeschoben, in Wirklichkeit geht es aber nur um das Öl. Auch wenn neue Technologien existieren, um Energie zu gewinnen, ist Öl immer noch einer der günstigsten und begehrtesten Rohstoffe.
Vor allem aber erwachsen aus Ressourcenknappheit  oft Konflikte innerhalb eines Landes. Viele Menschen müssen ihr Hab und Gut aufgeben, weil es dort, wo sie leben,  nicht mehr genug Nahrung gibt. Überschwemmungen oder Dürreperioden verursachen Missernten  – Folgen des Klimawandels. Durch Umweltverschmutzung wird das Trinkwasser- und Nahrungsproblem noch verschärft.  Nahezu  alle Entwicklungs- und Schwellenländer, wie Usbekistan, China oder Brasilien, sind von diesen Problemen betroffen. Die Länder lernen nicht von den Fehlern anderer. Selbst wenn die Bürger protestieren, ist die Regierung meist stärker und schlägt den Widerstand nieder.

Millennium Express: Wie kann man diese Probleme lösen?
Im Studium diskutieren wir die Risiken und Folgen verschiedener Lösungsansätze. Wir schauen zum Beispiel, welche Ansätze funktioniert haben und wie man diese auf andere Länder übertragen kann.
Langfristig gibt es für mich nur eine Lösung: Die Länder müssen ihre Energie nachhaltiger gewinnen und nutzen. Das Problem  ist allerdings, dass sich die Investition in nachhaltige Energien für die Länder auf kurze Sicht gesehen nicht lohnt, weil sie zu teuer ist. So werden zum Beispiel in Brasilien immer mehr Dämme gebaut, obwohl man auf den weiten Flächen gut Windräder und Solaranlagen aufstellen könnte.
Hier sind ausländische Unternehmen gefragt: Bayerische Firmen unterstützen den Bau des größten Dammes am Amazonas in Brasilien, indem sie Maschinen und Versicherungen bezahlen. Warum investieren sie in Brasilien nicht in erneuerbare Energien? Wenn die Unternehmen den Entwicklungsländern wirklich helfen wollen, wäre das eine sinnvollere Alternative.

Millennium Express: Wie kann jeder einzelne nachhaltig handeln?
In Deutschland wird schon einiges getan – beispielweise durch das Recycling. Plastik oder Papier lassen sich so mehrmals verwenden. Das reduziert nicht nur Müllberge, sondern schont auch Ressourcen.
Außerdem sollten wir es vermeiden, Nahrungsmittel wegzuwerfen. Die Niederländer haben ein tolles Konzept entwickelt:  In einigen Supermärkten wird in  Restaurants aus fast abgelaufenen Nahrungsmitteln Essen zum Mitnehmen gekocht. Die Menschen nehmen diese Idee gut an und kaufen das Essen immer häufiger. Das wäre auch ein Vorbild für Deutschland.

Hier geht es zu Interview mit Syahrina Anggraini.

Mehr Informationen zum siebten Millenniumentwicklungsziel gibt es hier.

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