Zwischen Kulturschock und Hilfsbreitschaft

Das neue Semester hat begonnen – und für viele internationale Studierende der Aufbaustudiengänge ein neues Leben in Deutschland. Der erste Eindruck, das seltsamste Erlebnis, Probleme oder Heimweh – davon erzählen vier Graduierte aus Pakistan, El Salvador, Madagaskar und Indonesien:

Die Lateinamerikanerin Diana Herrera Leon ist 26 Jahre alt. Die Wirtschaftswissenschaftlerin wird an der Ruhr-Universität Bochum ihren Master in Entwicklungsmanagement machen.

Der 32 Jahre alte Indonesier Edral Pratam hat seinen Masterkurs in „Tropical Hydrogeology and Environmental Engineering“ (TropHEE) in Darmstadt begonnen.

Aus Pakistan kommt Nisa Shalizad Butt. An der Universität Freiburg strebt die 25 Jahre alte Mitarbeiterin des pakistanischen Umweltministeriums ihren Master in „Environmental Government“ (MEG) an.

Die 27-jährige Ando Razafindrazaka aus Madagaskar beginnt mit dem „Master in Agricultural Science and resource Management in the Tropics and Subtropics – ARTS“ an der Universität Bonn.

Was war Ihr erster Eindruck von Deutschland?

„Es ist kalt hier!“ (Edral)

„Ich hatte gehört, die Deutschen sprechen kein Englisch. Umso überraschter war ich, als schon am Flughafen jede Person Englisch sprach.“ (Nisa)

„Das öffentliche Transportsystem ist so gut organisiert! Bus, Tram oder U-Bahn – alle kommen immer pünktlich und die Verkehrsmittel sind gemütlich und einladend. Es macht viel Spaß, in Deutschland unterwegs zu sein.“ (Edral)

„Vom ersten Tag an haben mir alle Menschen an der Universität Bochum geholfen – bei der Registrierung, der Eröffnung eines Bankkontos und bei der Orientierung auf dem Campus.“ (Diana)

Erlebten Sie einen „Kulturschock“?

„Ja. Ich komme aus einem islamischen Land, wo die Menschen nicht so offen aufeinander zugehen wie hier. Aber die Offenheit in Deutschland fühlt sich gut an. Es entspannt, wenn man niemanden kennt, aber trotzdem so freundlich aufgenommen wird.“ (Nisa)

„In Madagaskar sind viele Europäer zu Gast und die Kulturen sind sich nicht so fremd.“ (Ando)

„Ja. Im ersten Monat hatte ich Probleme mit der Sprache. Die Menschen sprachen mich auf Deutsch an und suchten Kontakt. Aber ich konnte nicht antworten, obwohl ich so gerne sprechen und mit den Menschen Kontakt aufnehmen wollte.“ (Edral)

„Deutschland an sich war für mich kein Kulturschock, aber meine Klasse. Dort sind wir 26 Studierende aus mehr als 20 Ländern – es war daher eine außergewöhnliche Erfahrung, Menschen aus anderen Kulturen zu treffen, mit anderen Gewohnheiten, Sprachen, Hintergründen, Religionen etc. Allerdings stellte dies auch eine Herausforderung dar, als wir Arbeitsgruppen gebildet haben.“ (Diana)

Was haben Sie in den ersten Tagen am meisten genossen?

„Die Stadt Freiburg. Meine netten Lehrer. Die Landschaft und Natur.“ (Nisa)

„Die gute Organisation!“ (Ando)

„Das neue soziale Umfeld in Darmstadt. Ich habe alles Neue dieses Lebens hier mit Genuss aufgenommen.“ (Edral)

„Das deutsche Essen und das schöne Herbstwetter!“ (Diana)

Hatten Sie Probleme bei Ihrer Ankunft?

„Mir wurde in Freiburg mein Handy gestohlen und wenig später meine Geldbörse. Außerdem war es schwer, eine Wohnung zu finden und das Geld vom Stipendium ließ auf sich warten. Der Anfang war nicht leicht.“ (Nisa)

„Ich hatte keine Probleme.“ (Ando)

„Mein Problem waren am Anfang meine fehlenden Sprachkenntnisse Es ist wirklich schwer, in Restaurants, Geschäften oder in der Ausländerbehörde zu kommunizieren, ohne Deutsch sprechen zu können.“ (Edral)

„Eine Unterkunft zu finden kann kompliziert sein. Ich bekam ein anderes Zimmer als mir versprochen war, und die Suche nach einem neuen Zimmer ist schwierig. (Diana)

Was Diana, Edral, Ando und Nisa an Deutschland überrascht hat und was sie zukünftigen Stipendiaten empfehlen – darüber berichten sie im zweiten Teil.

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